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„Weg der 26er“ – Hohe Warte Nordwand

Der herrliche Aufstieg zum Gipfel der Hohen Warte (2.780 m) ist in dieser Beschreibung auf zwei Tagen verteilt. Von der Berghütte Tolazzi (1350m/ Parkplatz) erreicht man am ersten Tag die Rif. Lambertenghi-Romanin (1,30 Std.– 1970 m), wo übernachtet wird.
Am folgenden Tag überquert man den Wolayer Pass, nimmt den südöstlichen Weg und steigt eine felsige Rinne hinauf, bis weit in den Sommer meist von den Überresten eines Schneefeldes bedeckt.
Hier verlässt man den Weg, der links zum Valentintörl führt, und steigt durch Schotter und Geröll nach rechts bis zum Wandfuß hinauf, wo die Markierung blau-weiß zum Beginn des Klettersteiges führt (2250 m).


DER KLETTERSTEIG

Der Weg geht direkt hinauf über eine senkrechte Kante und verschiedene ausgesetzten aber gut gesicherten Pfeiler. Er durchquert dann eine 60° geneigte, glatte Platte; die Platte ist meistens nass und trotz einiger kleinen Kerben für die Füße, erfordert sie einiges an Kraftaufwand und absolute Schwindelfreiheit (hier befindet sich auch das Wandbuch).
Kletternd geht es weiter durch einen Bereich der alpin bewertet die Schwierigkeit II/III aufweist, danach geht man weiter bis zur Überquerung eines schmalen Schuttbandes. Stetig führt der Weg durch einige felsigen Verschneidungen und Kamine, die ein angenehmes Fortschreiten erlauben, auch ohne das Drahtseil zu benutzen.
Hier kommt man auf einem Absatz und links zeigt sich der Gipfel (1 St.). Nach diesem ersten anspruchsvollen Abschnitt gewährt der Absatz die Möglichkeit einer Pause. Das Drahtseil ist ab hier nicht mehr durchgängig gespannt. Der Klettersteig verlässt nun vertikalen, festen Fels und führt durch „flacheres“ Gelände über teilweise brüchigen Fels und Schotter (Achtung auf nachfolgende Bergsteiger – Steinschlaggefahr!) und erlaubt hie und da auch ohne Hände den Aufstieg fortzusetzen.
Nach einer kurzen Gehstrecke führt die Route schnell zum Grat und von dort über mehr oder weniger senkrechte Abschnitte über kompakten Fels.
Der Klettersteig wechselt am Grad anfangs auf die linke und dann rechte Seite von wo sich eine atemberaubende Aussicht auf die tief unten liegendende Lambertenghi-Romanin-Hütte und das Tal Richtung Forni Avoltri bietet. Kurz darauf kann man eine beeindruckende Wand, die über 500 m abfällt, bewundern. Den schmalen Grat entlang (Grenzlinie Italien-Österreich) führt der Eisenweg endlich relativ bequem bis zum Gipfel, wo noch Schützengrabenreste sichtbar sind.


 

ABSTIEG

a) Abstieg über den südseitigen Normalweg anfangs auf einfachen Felsen (150-200 m) und dann durch ein großes Schotterfeld.
Am Ende des Schotterfeldes, nach links abbiegend, steigt man über den Weg 143 die Grassteilhänge des Berges Pic Chiadin hinauf und erreicht dann die Marinelli-Hütte (1 St. vom Gipfel); von hier aus kommt man bequem zur Tolazzi- Hütte (1-1.30 St. von der Marinelli-Hütte).
b) Abstieg über den „Sentiero Spinotti/ Hohen Gang: am Ende des Schotterfeldes (den Weg 143 Richtung Pic Chiadin) geht man noch hinunter zwischen Felsen und Weiden bis zur Kreuzung mit dem Weg 145: Sentiero Spinotti/ Hohen Gang. Hier geht man rechts (nach links führt der Weg zur Marinelli-Hütte) und erreicht, nach einer Richtungsänderung, eine Panoramakanzel (Ausläufer vom Coston Stella/ 2200 m).
Eine Reihe von hölzernen Stufen und andere Anlagen erlauben über den Fels abzusteigen und nach einer weiteren Richtungsänderung geht es in westlicher Richtung weiter bis zu einem Rasenstück.
Aus hier steigt man wieder nach Norden hinab, wo dank des neu instandgesetzten Klettersteigs, nach einer in einen Kamin befestigten Eisentreppe der Wandfuß erreicht wird (1900 m). Eine deutliche Spur führt hinunter, anfangs geht sie links durch eine Rinne, danach zwischen Latschenkiefern bis sie endlich in den Weg 144 einmündet, ganz in der Nähe unserer Berghütte.

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